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Archiv

Welche Vermögenswerte sind eigentlich noch sicher? (11. August 2011)

Wir erleben derzeit drastische Veränderungen unserer Finanzwelt. Zum ersten Mal seit siebzig Jahren verliert die größte Volkswirtschaft der Welt die beste Bonitätsnote. Der Goldpreis erreicht immer absurdere Höhen. Nahezu alle europäischen Staaten haben zu viele Schulden - Deutschland übrigens auch. Was jahrelang keinen gestört hat, wird plötzlich relevant.

"Was ist noch sicher?" fragte "Die Welt" vor einigen Tagen in einem Kommentar. Eine gute Frage, auf die keiner eine befriedigende Antwort hat.

  • Wie schnell sich Aktienwerte in Luft auflösen können, haben wir in den letzten Tagen gesehen. Der DAX hat in acht Tagen gut 22 Prozent seines Wertes verloren.
  • Anleihen bieten entweder ein hohes Risiko (Italien, Spanien etc.) oder aber inakzeptable Minizinsen, wie z.B. Bundesanleihen mit rund zwei Prozent Rendite. Mit diesen Papieren erwirtschaften Sparer einen realen Vermögensverlust, da derzeit nicht einmal die Inflation ausgeglichen wird.
  • Gold hat eine beeindruckende Rally hinter sich. Allerdings stellt sich die Frage, ob bei einem Preis von 1.800 Dollar pro Unze wirklich noch Luft nach oben ist.
  • Selbst einige vermeintlich stabile Währungen werden vermehrt gekauft. Der Schweizer Franken ist so stark wie nie. Und selbst gegenüber dem Japanischen Yen hat der Euro massiv an Wert verloren. Japan? Das war doch das Land, das von Erdbeben, Tsunami und Atomkatastrophe gleichzeitig heimgesucht wurde? Das Land, das mit rund 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts verschuldet ist? Trotzdem trauen Anleger dem Yen mehr zu als dem Euro?

Manches ist rational nicht mehr zu begreifen ...

Viele rufen nach einer Lösung. Es muss doch endlich eine Lösung her für die Schuldenkrise vieler Staaten! Man darf sich keiner Illusion hingeben: Nach zwei Jahren Finanzkrise zeichnet sich immer deutlicher ab, dass es keine ordentliche Lösung gibt. Von allen Szenarien, wie man die gigantischen Schulden abtragen kann, ohne dass die Gesellschaften implodieren, ist das Szenario "Entwertung der Schulden durch Inflation" das wahrscheinlichste. Trotz des jüngsten Zinsrückgangs bleibe ich bei meiner Einschätzung vom April 2009 (Inflationsgefahren ...) dass unsere Verantwortlichen heute die Grundlage für die Inflation von morgen legen.

Mittel- und langfristig gehört die Zukunft der Immobilie, dem einzigen Sachwert, der einigermaßen krisensicher ist. Natürlich sehen wir in einigen Großstädten mittlerweile Übertreibungen der Immobilienmärkte. Allerdings kann eine eigengenutzte Immobilie in gefragter Lage mit einer sicheren Finanzierung auch dann ein gutes Investment sein, wenn man zehn Prozent über Marktniveau gekauft hat.

Herzlichst Ihr

 

 

 



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